© Bundesjugendring | flickr.com | CC BY-NC 2.0

"Wir haben keine Flüchtlingskrise, wir haben eine Krise der Flüchtlingspolitik." Mit dieser Feststellung eröffnete Anke Zimmermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Projektstelle gegen Rechtsextremismus in Bad Alexandersbad ihren Vortrag vor 150 Studierenden der Ober- und Unterkurse der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik.

 

Drei Tage nahmen sich Lehrkräfte und Studierende Zeit, um das Thema "Menschen - geflüchtet nach Deutschland" zu bearbeiten. Gemeinsam mit der Studierendenvertretung hatte eine Dozentengruppe das Programm ausgearbeitet, mit dem man in der Rückschau wohl genau den Nerv getroffen hatte: die Studierenden waren bis zum letzten Moment sehr motiviert, mit großem Eifer, aber auch mit kritischen Fragestellungen dabei.

In den vorausgegangenen Tagen hatten die Studierenden ihre Gedanken zu diesem Thema auf große Plakate geschrieben. Gemeinsam mit den Gedanken von jungen Flüchtlingen, die sich derzeit in Hof aufhalten, war dabei eine interessante Zusammenschau entstanden, ein repräsentativer Querschnitt von Meinungen und Ansichten. Gleichwohl in Teilen aber auch eine Zusammenschau von Vorurteilen und Behauptungen, die einer genauen Überprüfung nicht standhalten. Genau darauf ging Anke Zimmermann in ihrem Vortrag ein. Sie nahm Stellung zu den häufigsten Vorurteilen.

Sie rief die angehenden Erzieherinnen und Erzieher dazu auf, sich gut zu informieren, stets Stellung zu beziehen bei Diskussionen und sich gesellschaftlich zu engagieren.

Die Qual der Wahl hatten die Studierenden, als sie zwischen dreizehn Workshops wählen konnten. Von der Sicht der IHK auf die Flüchtlingssituation bis zur Traumaberatung, von der Betreuung unbegleiteter Minderjähriger bis zur Geschichte der Flüchtlingsströme in und nach Deutschland, von der Arbeit in Integrationsinitiativen und der Begleitung von Familien in Gemeinschaftsunterkünften bis zum gespielten interaktiven Einsatz zweier Völker, von der Arbeit mit jungen Geflüchteten in der Berufsschule und der Aufklärung über die rechtlichen Bedingungen eines Asylverfahrens - eine Menge an neuen Impulsen steckten in diesen Stunden. 
Der nächste Tag gehörte dem Besuch des Hofer Museums Bayerisches Vogtland und der Ausstellung der Anne-Frank-Stiftung "Mensch du hast Recht(e)" im Landratsamt Hof. Beide stellten spürbar Anreize dar, sich jeweils mit der eigenen Familienbiografie auseinanderzusetzen.

"Und wie wollen wir leben?" Diese Frage prägte den dritten und letzten Tag der Reihe. Im Rahmen einer Zukunftswerkstatt nach der Methode des Zukunftsforschers Robert Jungk (1913 -1994) begleitete Werner Köppel die Teilnehmer durch den Tag. Das Ergebnis bestand nach vielen Phasen der Auseinandersetzung in Kleingruppen aus dem Bekenntnis zur Wertediskussion. "Jeder von uns ist immer und überall gefordert, die Werte des Grundgesetzes und des christlichen Glaubens aktiv zu vertreten", forderten die jungen Menschen und nahmen sich selbst dabei nicht aus.

Nach der Schlussandacht wirbelten auf der Bühne der Sporthalle Arme und Beine durcheinander: junge Flüchtlinge im Alter von 15 bis 17 Jahren hatten Streetdance vorbereitet - so ging es schwungvoll in die wohlverdienten Herbstferien!

Unterstützt wurden die drei Seminartage durch das Bundesprogramm "Demokratie leben!“.

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